Mittagessen im Naturkindergarten

 

Der Naturkindergarten ist ein großes Glück für uns – nicht nur, weil das Gemüsekind dort einfach so sein darf, wie es ist und sich in der Natur wunderbar entwickeln kann, auch weil dort akzeptiert wird, dass wir N. vegan ernähren. Und mehr noch: fürs Gemüsekind gibt es sogar veganes Essen.

 

Das Frühstück bereiten wir Eltern selbst für unsere Kinder zu und eine der (wenigen) Regeln beim Essen im Naturkindergarten ist, dass nichts getauscht wird. Für uns ist das natürlich praktisch, aber auch ohne diese Regel würde das Gemüsekind vermutlich nicht freiwillig sein Essen teilen oder tauschen ;)

 

Bei der Eingewöhnung letzten Sommer war ich einige Tag lang immer dabei und konnte mir so selbst ein Bild vom Mittagessen machen: ein Cafè/Restaurantbesitzer aus unserer Stadt ist der Caterer und kocht jeden Tag frisches Bio-Essen für die Kinder, immer vegetarisch.

 

Zunächst habe ich mich kaum getraut zu fragen, ob es fürs Gemüsekind veganes Essen geben könnte – schließlich ist das schon ein größerer Aufwand, und das für nur ein Kind – und hatte schon überlegt, wie wir mit der Situation umgehen. Bei den ersten gemeinsamen Mittagessen hat mich die Gruppendynamik sehr überrascht, die auch das Gemüsekind gleich mitgerissen hat: plötzlich probierte N. Kartoffeln und ihm schmeckten Nudeln mit Tomatensoße, bislang verschmähte Lebensmittel und Gerichte. Deshalb fiel für mich eigenes Essen mitbringen als Option gleich weg, das gemeinsame Essen wollte ich ihm nicht nehmen.

 

Schnell hat sich dann aber sowieso ergeben, dass der Caterer gar kein Problem damit hat, fürs Gemüsekind eine Extraportion zu kochen. So gibt es jetzt einfach oft zwei Soßen für die Nudeln, von denen eine vegan ist, die anderen Kinder aber auch mitessen dürfen. Andere Gerichte wie Rahm-Spinat oder Bratlinge bereitet er zusätzlich in einer pflanzlichen Variante zu. Und beim Nachtisch gibt es fürs Gemüsekind auch mal einen Soja-Joghurt oder Soja-Frucht-Quark – wobei das Gemüsekind auch manchmal den unveganen Nachtisch mitisst: Schokopudding kann N. nicht widerstehen. 


Aber das ist auch in Ordnung für mich, er weiß, dass er das darf und er erzählt es mir auch immer, dann können wir drüber reden. Das ist mir wichtig: ich möchte, dass N. bewusst ist, was er isst, wo es herkommt und dass ihm Essen auch einfach Spaß macht. (Dazu habe ich auch kürzlich gebloggt: „Ich will aber ein Ei.")