Rezept: veganer Löwenzahnhonig

 

Am Wochenende habe ich gemeinsam mit dem Gemüsekind den ersten blühenden Löwenzahn entdeckt – und wir hatten denselben Gedanken: Löwenzahnhonig! Yeah!

 

Ein bisschen müssen wir uns wohl doch noch gedulden, denn um Honig daraus zu machen, brauchen wir mehr als nur einen Löwenzahn, eher einen ganzen Eimer voll. Aber da die Vorfreude so groß ist, teile ich jetzt schon mein Rezept vom letzten Jahr mit euch. Es ist wirklich nicht kompliziert und auch wenn man etwas Zeit braucht – ihr werdet sehen, es lohnt sich.

 

 

Für ca. vier Marmeladengläser braucht ihr:

6 Handvoll Löwenzahnköpfe*
1-2 Bio-Zitronen
800g - 1 kg Zucker
1 l Wasser

 

*nach dem ersten Löwenzahnhonig-Kochen des Jahres werde ich das genauer definieren

 

-> Nachtrag: Ich habe jetzt zwei Mal Löwenzahnhonig gekocht. Beim ersten Mal waren es ca. 250 g mit Stielen und vor dem Zupfen der gelben Blätter. Danach noch ca. 130 g, das kam mir so viel vor, dass ich fast 1 1/2 Liter Wasser zum Einweichen genommen habe. Bei der Zuckermenge bin ich aber bei ca. 800 g geblieben.

Beim zweiten Mal habe ich ca. 90 g Löwenzahn (nur Blüten, ohne grün) und 1 L Wasser genommen. Statt den Löwenzahn über Nacht einzuweichen, habe ich ihn gleich aufgekocht, zwei Stunden stehen lassen, ausgepresst und mit einer Zitrone und etwas ausgepresstem Orangensaft gekocht. Und der Honig ist sehr aromatisch geworden.

Nach dem Pflücken die Blütenköpfe nur vorsichtig sauber machen, eventuell Insekten entfernen und die gelben Blätter rauszupfen und in einem Topf sammeln. Die meisten Rezepte raten davon ab die Blüten zu waschen, da sie sich bei Nässe schließen. Über Bakterien oder Schmutz habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht, das Ganze wird ja sowieso noch ordentlich gekocht und ich habe den Löwenzahn nicht mitten im Hundepark oder am Straßenrand gesammelt.

 

Viele Rezepte raten außerdem davon ab, das Grüne der Blüten mitzukochen, da es sonst bitter werden könnte, andere haben kein Problem damit und verwenden einfach die ganzen Köpfe. Wir waren mal ordentlich, mal nicht ganz so ordentlich und ich habe keinen Unterschied geschmeckt.

Über die Blütenblätter gießt ihr einen Liter Wasser und lasst das Ganze ungefähr zwei Stunden ziehen. Danach kurz aufkochen, Deckel drauf und über Nacht stehen lassen.

 

Am nächsten Morgen den Sud durch ein Küchentuch gießen und ordentlich ausdrücken.

 

Ein Kilo Zucker und die Zitronen dazu geben. Gut rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Zitronen habe ich einfach in Scheiben geschnitten und am Ende wieder raus geholt. Unbedingt aufheben und zum Beispiel im Tee trinken.

 

Die Zuckermenge finde ich unglaublich viel, aber anders geht es wohl nicht – oder hat jemand Tipps, die ich dieses Jahr austesten kann? Ich habe etwas weniger genommen, ca. 800 g, das hat auch gereicht.

Alles aufkochen lassen, Hitze reduzieren und einkochen lassen – das kann dauern, gerne zwei bis drei Stunden. Zwischendrin testet ihr am besten immer mal wieder, wie zäh der Honig tatsächlich schon ist, das kann nämlich täuschen! Dazu ein paar Tropfen mit dem Kochlöffel auf einen Teller geben und erkalten lassen. Als ich die Masse in Gläser gefüllt habe, war sie noch sehr flüssig, beim Erkalten wurde sie dann immer zäher.

Damit euer Löwenzahnhonig schön lange hält, am besten in Marmeladengläser füllen, die ihr vorher mit kochendem Wasser übergossen und ausgespült oder im Ofen sterilisiert habt. Auf ein nasses, kaltes Tuch stellen, um zu vermeiden, dass sie beim Befüllen platzen. Marmeladengläser dreht man ja nach dem Einfüllen auf den Kopf, das ist hier wohl nicht nötig, bei mir hat sich dabei auch etwas heißer Honig rausgedrückt, obwohl das Glas fest verschlossen war, deshalb lasse ich sie jetzt einfach stehen.

 

Durch die Zitrone schmeckt der Honig schön fruchtig und ich könnte mir auch vorstellen sie durch Orangen, Birnen oder Quitten zu ersetzen.

 

Ich freue mich schon endlich wieder Honig essen zu können – dieses Jahr werde ich auf jeden Fall so viel davon kochen, dass ich das ganze Jahr über genug habe :)